Oberflächen schützen
Oberflächen schützen

Wo der Schein trügt

Eine intakte Oberfläche ist unabdingbar für den Erhalt Ihrer Holzfenster und -türen. Ich habe einige wesentliche Punkte zusammengetragen, die unbedingt beachtet werden müssen, um für lange Zeit Freude an Ihren Türen und Fenstern zu haben - quasi das Kondensat unserer täglichen Erfahrungen. Diese sollten Sie oder die von Ihnen beauftragten Handwerker konsequent beachten, damit der schöne Schein nicht trügt.

  1. Wohin Sie schauen sollten: Bei allen der Witterung ausgesetzten Bauteilen sind die untersten 30 cm am stärksten belastet. Die Nähe zum Erdreich, zum Terrassenboden oder zur Fensterbank lässt bei Regen Staub, Schmutz und Erde auf die Holzflächen spritzen. Dort lagern sie sich ab und halten wesentlich länger die Feuchtigkeit als höher liegende Flächen. So reichen schon feinste Risse im Lack, und das darunter liegende Holz kann Wasser aufsaugen. Je feuchter das Holz wird, desto stärker quillt es auf, desto mehr Risse bilden sich. Darum sollten Sie
  2. bereits kleine Risse behandeln. Hagel, mechanische Belastungen (das mit Gewalt zugedrückte, weil klemmende Fenster), extreme Sonneneinstrahlung, die zu Oberflächentemperaturen von mehr als 70° C führen kann, Frost, Kratzspuren von Hund und Katze - es gibt viele Gründe, die selbst beste Lackschichten in die Knie zwingen. Ein besonders wichtiger Aspekt für haltbare Oberflächen ist die
  3. Vorbereitung des Untergrundes. Kunstharz- aber auch wasserbasierte Lacke liegen nur auf dem Holz, finden Halt nur durch eine rauhe, gut angeschliffene Oberfläche, von der sie auch schnell abblättern, wenn diese glatt oder beim Auftragen zu feucht ist.
  4. Lack füllt keine Risse im Holz auf. Diese müssen herausgeschliffen werden. Sind sie zu tief zum Aussschleifen, müssen sie v-förmig mit einem Stemmeisen vergrößert und dann mit einem geeigneten Kunstharzspachtel (etwa PonalDuo©) verfüllt werden.
  5. Nicht geeignet sind Maler- oder Autospachtel für Außenflächen!
  6. Gründliches Anschleifen ist ein Muss! Mal eben über die zu lackierenden Flächen mit einem Schleifpapier zu wischen ist zwar üblich aber absolut nicht fachgerecht. Lack haftet nur auf rauhen Oberflächen. Nicht feiner Anschleifen als mit Körnung 120.
  7. Keine scharfen Kanten! Alle Kanten sollten leicht abgerundet sein, Radius mindestens 2 mm. Je schärfer die Kanten, desto dünner ist die Lackschicht auf dieser, desto fragiler die Oberfläche.
  8. Entfernen Sie Schleifstaub, am besten mit einer Bürstendüse an einem Staubsauger.
  9. Schützen Sie rohes Nadelholz besonders im unteren Bereich durch eine fungizid wirkende Imprägnierung. So läßt der Befall durch Pilze und Schwämme eher vermeiden.
  10. Hirnholz besonders schützen! Hirn- oder Stirnholz, die Querschnittsfläche, können sie sich vorstellen wie ein Bündel Strohhalme. Und es saugt auch entsprechend begierig Wasser auf. Es gibt besonderen Hirnholzsiegel (z.B. Sikkens Kodrin WV 456), der nach dem Grundieren und Zwischenschliff auf diese Flächen aufgetragen wird. Machen Sie Gebrauch davon!
  11. Die Holzfeuchte sollte 15% nicht überschreiten! Im Zweifelsfall messen Sie besser nach. Ein guter Maler sollte ein Meßgerät dabei haben.
  12. Die Temperatur beachten. Bei den meisten Lacken ist bei ca. 8° C Oberflächentemperatur Schluss. Ein warmer Spätherbsttag führt zwar zu Lufttemperaturen von zwölf Grad, aber nur wenn die Sonne auf die zu bearbeitende Fläche scheint, erwärmt sich auch diese.
  13. Drei, besser vier Lackschichten sollten es sein, die Grundierung eingerechnet, nicht aber die Imprägnierung.
  14. Das Wässern von rohem Holz erspart viel Schleifarbeit. Mit einem recht feuchten, nicht aber triefnassen Schwamm das rohe Holz abwischen und trocknen lassen. Dann ein gefühlvoller Zwischenschliff. Grund der Übung: Durch das Wässern quellen und stellen die oberflächlichen Holzfasern sich auf und lassen sich dann gut abschleifen (hier reicht tatsächlich ein händisches Schleifen). Bei nachfolgenden Anstrichen mit wasserbasierten Lacken und Lasuren vermeiden Sie so eine rauhe Oberfläche.
  15. Wählen Sie helle bis mittlere Farbtöne. Je dunkler die Farbe, desto stärker heizt sie sich in der Sonne auf.
  16. Keine transparenten Lasuren und Lacke verwenden, sondern immer pigmentierte. Die UV-Strahlung zerstört sonst das Holz.
  17. Sparen sie nicht an der falschen Stelle! Nirgendwo steht geschrieben, dass Sie alle fünf Jahre alle Fenster komplett neu streichen sollten. Es gibt keine feste Regel für den Abstand zwischen Wartungsanstrichen. Statt dessen ist es viel sinnvoller, die besonders bewitterten Süd- und Westseiten im Auge zu behalten und die unteren Bereiche der Fensterflügel nachzustreichen. Das aber richtig - siehe oben.

Laut ift Rosenheim, dem im Fensterbau maßgebenden, aber privaten Institut für Fenstertechnik e.V., muss "eine manuelle Beschichtung (...) in Anlehnung an das BFS-Merkblatt Nr. 18 "Beschichtungen auf Holz und Holzwerkstoffen im Außenbereich" und nach den Vorgaben der technischen Merkblätter der Beschichtungsmittelhersteller ausgeführt werden." Das ist die Referenz, auf die Sie sich getrost berufen können.

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