Ihre Sorgen mit Tür & Fenster
Ihre Sorgen mit Tür & Fenster

Es zieht!

Es zieht oder wird nie richtig warm. Der häufigste Mangel an Fenstern und Türen. Die Ursachen sind so vielfältig wie unsere Lösungen. Zum Artikel

Mein Fenster geht nicht mehr auf oder zu!

Das wohl häufigste aller Probleme, bei denen es wirklich eilt. Zum Artikel

Es regnet rein

Die Ursachen sind recht vielfältig, doch manche sind schnell zu erkennen. Zum Artikel

Das Glas ist blind oder angelaufen, die Scheiben beschlagen

Das sind eigentlich zwei verschiedene Themen, die aber dem Laien meist einerlei sind. Zum Artikel

Es zieht wie Hechtsuppe!

Die Ursachen für mangelnde Winddichtigkeit

  • Schlecht sitzende Fensterflügel, die Flügel sollten umlaufend den gleichen Überstand haben, die Verriegelungen sicher den Flügel zum Stock ziehen.
  • Die Dichtungen haben natürlich einen wesentlichen Einfluss auf die Winddichtigkeit. Mehr dazu finden Sie im Bereich Dichtungen.
  • Altbaufenster haben entweder gar keine oder nur "Tesa-moll" Dichtungen, beides ist nicht wirklich optimal.
  • Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss hat auch der Kamineffekt in Einfamilienhäusern: Die warme Luft will oben aus dem Haus heraus und findet Ihre Wege nicht nur durch dauergekippte Fenster sondern auch durch undichte Speicherklappen und Treppenhausfenster. Luft, die oben heruas strömt, zieht besonders im Erdgeschoß kalte Außenluft nach.
  • Auch können die Anschlüsse des Fensterstocks an das Mauerwerk oder der Bereich der Fensterbank schlecht oder gar nicht gedämmt sein. Grade in den 1970ern wurde hier ziemlich geschlampt.

Mein Fenster geht nicht mehr auf oder zu!

Das wohl häufigste aller Probleme, bei denen es wirklich eilt. Vielleicht kann ich Ihnen ein paar Tipps für die Fehlerbehebung geben - natürlich auf eigene Gefahr. Bitte bedenken Sie, das Fensterflügel ziemlich schwer sind (30 - 70 oder mehr Kilogramm)!
Wenn Sie den Eindruck haben, dass das Fenster herauszufallen droht, bringen sie vor allem Kinder in Sicherheit und rufen Sie einen Fachmann!
  • Die dümmste Frage zuerst: Liegt ein Gegenstand zwischen Fensterflügel und Blendrahmen? (Kleine Kinder schaffen das spielend...)
  • Ist das Fenster gekippt?
    • Dann besteht die Möglichkeit, dass die Schere nur verkantet ist. Klettern Sie auf eine Leiter und Ölen Sie diesen Bereich (z.B. mit Caramba, WD40 oder Ballistol), ein wenig "herumnackeln" und das Fenster schliesst wieder.
    • Manchmal ist auch der kurze Scherearm aus dem langen ausgehängt. Wer mutig, kräftig und mit einem Helfer versehen ist, kann versuchen, den Fenstergriff auf neun Uhr, also waagrecht zu stellen, das Fenster nun vorsichtig aufzuschwenken und den kurzen arm wieder einzurasten.
  • Ist das Fenster aufgeschwenkt und läßt sich Fenstergriff noch noch bewegen? Wenn ja, prüfen Sie, ob auch sämtliche Verschlußzapfen im Fensterflügel tatsächlich bewegt werden. Wenn nicht, so ist ein Beschlag gebrochen. Als kleine Nothilfe können Sie die nicht mehr bewegten Zapfen in die Mittelstellung drücken oder klopfen.
  • Dreht der Griff leer durch? Dann ist entweder
  • das Getriebe gebrochen (regelmäßig der Fall bei älteren Siegenia- Getrieben) oder
  • der Vierkant, der den Griff mit dem Getriebe verbindet, ist entweder aus dem Griff oder aus der Nuss herausgerutscht. Dann heißt es Griff abschrauben, Vierkant herausziehen, die Kanten mit einer Beißzange einkerben und fest in den Griff oder die Nuss schlagen (in welchen Teil, hängt von der Länge des Vierkants ab - ist er sehr kurz, dann behutsam in die Nuss, sonst besser in den Griff klopfen).

Es regnet rein!

  • Ursache Nr.1 ist eine defekte Versiegelung der Glasscheibe auf der Außenseite des Fensterflügels. Das Wasser läuft in den Glasfalz und von dort rinnt es entweder unter den Glashalteleisten auf der Innenseite heraus oder findet andere Wege nach innen.
  • Wesentlich seltener liegt es daran, dass das Regenwasser durch den Wind nach innen gedrückt wird. Bei Kastenfenstern, die vor ca. 1920 gebaut wurden, liegt die Ursache in der unteren Fensterfalz- Geometrie. Das können wir beheben. Erhebliche Probleme können insbesondere Gaubenfenster machen - da ist auch für uns die Ursachenforschung nicht immer einfach.
  • Gerne sind auch die Abläufe in den Regenschienen verstopft.
  • Auch Schwitzwasser an den Scheibeninnenseiten wird gerne als Regenwasser identifiziert.
  • Manchmal liegt es einfach nur an einer defekten Verriegelung - fahren Sie mit den Fingern einmal die Fuge zwischen Fensterflügel und Stock entlang - ist sie immer gleich klein?
  • Die Dichtungen haben in aller Regel mit eindringendem Regenwasser gar nichts zu tun, bis zu ihnen darf gar kein Wasser vordringen.
  • Auch ein schlechter Sitz der Flügel im Stock kann Ursache sein.
  • Bei zweiflügeligen Fenstern ist Haupteintrittspunkt für Regenwasser die Fuge zwischen beiden Flügeln. Dann lohnt sich ein Blick auf die Schlagleiste.

Das Glas ist blind

Sie haben Isolierglas und zwischen den Scheiben hat sich eine milchige Schicht gebildet und im Winter beschlagen die Gläser "innen drin"?

  • dann hat die Verglasung ihr Lebensende erreicht.
  • Die Luft oder das Edelgas zwischen den Scheiben ist soll luftdicht eingeschlossen sein. Löst sich die Verklebung der Gläser, so beginnen diese zu "atmen".  Nachts kühlt die Luft im Scheibenzwischenraum ab, zieht sich zusammen und (feuchte) Außenluft an, tags erwärmt sich diese Luft und entweicht aus dem Scheibenzwischenraum.
  • Von den angebotenem Verfahren, ein Loch in die Scheiben zu bohren und diese auszuspülen, halte ich rein garnichts. Hinterher hat Ihr Isolierglas einen k-Wert von > 3,5, d denn mit Gas wird nicht wieder aufgefüllt - und die eigentlichen Lecks in der Verklebung bestehen weiter.

Die Scheiben beschlagen auf den Innenseiten

...und ich kann den Beschlag, das Tauwasser wegwischen. Hier bewegen wir uns in einem Bereich voller Unwägbarkeiten. Wenn Sie Schwitzwasser auf den Gläsern haben - nicht nur ein paar Mal im Jahr, sondern eigentlich während der gesamten kalten Jahreszeit, kann die folgende Liste kann Ihnen einige Anhaltspunkte für die Ursachenforschung bieten.

  • Als erstes besorgen Sie sich ein kombiniertes Thermo- und Hydrometer, damit Sie die Luftfeuchtigkeit messen können. Ohne dieses Hilfsmittel bewegen Sie sich immer im Bereich der Spekulation. Es gibt solche Geräte mit Warnfunktion für Schimmelbefall. Dieser geht auch recht oft mit Schwitzwasser auf den Gläsern einher.
  • Beschlag, der sich U-förmig an den unteren Randbereichen von Isolierverglasungen bildet, hat seine Ursache in den nicht thermisch trennenden Alu-Stegen zwischen den Gläsern. Abhilfe schafft hiernur der Austausch gegen Isolierglas mit sog. "Warmer Kante".
  • Beschlagen die Scheiben hingegen großflächig, ist
    • entweder der Dämmwert der Verglasung gering (sehr wahrscheinlich bei Isolierglas, das vor ca. 2005 eingebaut wurde)
    • oder das Fenster liegt weit entfernt vom nächsten Heizkörper
    • oder hinten dicken Vorhängen
    • der Raum ist schlecht belüftet
    • oder kaum beheizt
    • oder wird über andere Räume mit geheizt (Niemals machen - wenn Sie ein kühles Schlafzimmer haben wollen, dann lassen sie auch tags die Zimmertüre zu und heizen alle paar Tage ordentlich ein und lüften hinterher durch, um die Feuchtigkeit aus Wäsche und Wänden heraus zu bekommen!)

Mehr zum richtigen Lüften finden sie hier.

Beschlagene Scheiben bei Altbaufenstern

Hier sind zumeist die Innenseiten der äußeren Gläser beschlagen. Bei dichtungslosen Fenstern geschieht das meist in den oberen Stockwerken, während im Erdgeschoss das Phänomen meist nur in Küche und Bad auftritt.

Grund hierfür ist, das im Erdgeschoss kalte und deswegen auch trockenere Luft eindringt. Diese kann nicht am Glas kondensieren, da der Taupunkt nicht erreicht wird.
In den oberen Etagen drängt aber wegen des Kamineffekts warme und mit Feuchtigkeit beladene Raumlauft nach draußen. Spätestens an der Außenscheibe ist der Taupunkt erreicht, die Raumluft kondensiert auf den Glasflächen (oder auch am angrenzenden Mauerwerk, was man erst merkt, wenn sich Schimmel bildet).

Abhilfe schafft hier nur das nachträgliche Abdichten der inneren Fensterflügel, vorzugsweise mit Silikonschlauchdichtungen.

Was Luftfeuchte und Temperatur mit beschlagenen Scheiben zu tun haben

Ich muss meinen Kunden und deren Mietern immer wieder im Zusammenhang mit beschlagenen Scheiben und Schimmelbefall die Ursachen erklären. Da das ein wenig verzwickt ist, versuche ich es hier in kleinen nachvollziehbaren Schritten:

  1. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie enthalten.
  2. Darum spricht man von relativer Luftfeuchtigkeit, also Luftfeuchtigkeit, bezogen auf eine bestimmte Temperatur.
  3. Wenn die Luft abkühlt, kann sie nicht mehr so viel Wasser enthalten.
  4. Die Fensterscheiben sind besonders im Winter immer kälter als die Raumluft.
  5. Die Raumluft kühlt am Glas ab und muss "Wasser lassen".
  6. Je feuchter die Raumluft, desto geringer kann der Unterschied zwischen Raum- und Scheibentemperatur sein, um zu Beschlag zu führen.

Das veranschaulicht die folgende Tabelle. Die Werte entnommen habe ich dem Feuchterechner von Vaisala, den Sie im Internet herunterladen können.

    Raumtemperatur
    16 °C 18 °C 20°C 22 °C 24 °C

Relative
Luft- feuchtig-
keit

40%
2,4 4,2 6,0 7,8 *
9,6
45%
4,0 5,9 7,7 9,5 11,3
50%
5,6 7,4 9,3 11,1 12,9
55%
7,0 8,8 10,7 12,6 14,4
60%
8,2 10,1 12,0 13,9 15,8
65%
9,4 11,3 13,2 15,1 17,0
70%
10,5 12,5 14,4 16,3 18,2
80%
12,6 14,5 16,4 18,4 **
20,3
90%
14,4 16,3 18,3 20,3 22,3
    Oberflächen- oder Glastemperatur in °C, bei der sich Tauwasser bildet, also die Scheiben beschlagen.

Betrachten wir die Tabelle in der Spalte Raumtemperatur 22 °C, so wird folgendes klar:

  1. Je trockener die Raumluft, desto größer ist der Abstand zwischen Luft- und Oberflächentemperatur, bei der Beschlag beginnt. ( * Bei 22 °C und einer Luftfeuchte von 40% liegt die Temperaturdifferenz bei 14,2 °C.)
  2. Je feuchter die Raumluft, desto kleiner ist der Abstand zwischen Luft- und Oberflächentemperatur, bei der Beschlag beginnt. ( ** Bei 22 °C und einer Luftfeuchte von 80% liegt die Temperaturdifferenz nur noch bei 3,6 °C.)

Die Preisfrage ist nun: Wie kalt werden meine Scheiben? Hier hilft eine nicht ganz leicht  verständliche Tabelle weiter, die die Firma Sanco® in Ihrer Broschüre "Kondensation bei Isolierglas" veröffentlicht hat. Aus dieser möchte ich nur zwei Punkte nennen, die den Einfluss des Dämmwertes von Isolierglas auf die Scheibentemperatur und den Taupunkt veranschaulichen:

  1. Bei einer Raumfeuchte von 60% und und einer Raumtemperatur von 20 °C dürfte die Außentemperatur auf -38 °C fallen, bis sich Beschlag bildet, wenn das Glas einen "K-Wert" von 1,2 hat. Das ist das markierte Beispiel in der Tabelle.
  2. Bei gleicher Raumtemperatur und -feuchte, aber einem Isolierglas mit einem K-Wert von 3,0 wäre der Taupunkt bereits bei einer Außentemperatur von ca. -5 °C erreicht!

© 2012  CARSTEN DÜRKSEN HOLZ & BAUTENSCHUTZ WWW.DUERKSEN.DE